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Fettabsaugung – Liposuction

Übersicht

 

OP-IndikationKörperformung bei umschriebener Fettansammlung
OP-Dauer30 – 90 Minuten
NarkoseMeist Tumeszenz, d.h. eine spezielle Form der örtlichen Betäubung. Auf Wunsch Vollnarkose
Stationärer Aufenthalt0 – 1 Tag
AusfallzeitWenige Tage. Bei körperlicher Tätigkeit: 8 – 10 Tage
Kosten1500 – 3500 E + MWST, evtl. zuzügl. stat. Aufenthalt
NachbehandlungKompressionsmieder. Nachkontrollen nach 2 Tagen, 2 Wochen, 2 Monaten
SportBehandelte Areale: Nach 4 Wochen, übriger Körper: Nach 1 Woche

 

Einleitung

 

Es gibt Stellen am Körper, da lagert sich Fett ein, es bilden sich Fettpolster, die man mit keiner Diät der Welt und mit keinem Sportprogramm wegbekommt. Es ist absolut hartnäckig und bildet eine Art Reserve für schlechte Zeiten.

Bei der Frau sind es die sogenannten Reiterhosen, d.h. die Region am Oberschenkel oben außen und die Taille, beim Mann ist es auch die Taille. Auch an anderen Stellen können Fettansammlungen bestehen, die kaum zu beeinflussen sind: Am Bauch, an den Oberschenkeln oben innen.

Gegen solch ein überflüssiges Fett hilft nur das Fettabsaugen (Liposuction).

 

Ursachen

 

Warum lagert der Mensch Fett ein? Er tut es gemäß eines uralten physiologischen Programms: In den frühen Zeiten der Menschheit war es keinesfalls gesichert, dass es immer etwas zu essen gab. Also wurden nach einer üppigen Mahlzeit, nachdem ein Mammut oder ein Säbelzahntiger erlegt und verspeist wurde, die überschüssigen Kalorien in Fett umgewandelt und abgelagert. In schlechten Zeiten – wenn die Jäger kein Glück hatten – wurde dieses Fett mobilisiert und zur Verfügung gestellt.

Dies war früher ein sinnvolles Programm, um das Überleben zu sichern. Heute macht es in unserer hochentwickelten und reichen Gesellschaft keinen Sinn mehr. Trotzdem greift es weiterhin und macht uns inzwischen zu schaffen.

 

Symptome und Verlauf

 

Fettzellen wachsen und treiben verschiedene Körperregionen auf: Die Oberschenkel oben außen und innen, die Taille, den Bauch etc. Der Körper wird unförmig.

Durch Sport und Umstellung der Ernährung kann man einen Teil des Problems lösen. Den anderen Teil, den hartnäckigen Rest, kann eine Fettabsaugung beseitigen.

Es ist interessant zu wissen, dass die Liposuktion insofern eine definitive Behandlung ist, als dass die abgesaugten Fettzellen für immer beseitigt sind und nicht nachwachsen. Es bleiben zwar einige wenige Zellen vor Ort, sie können wieder Fett einlagern, aber insgesamt viel weniger als vor dem Fettabsaugen.

Die Fettabsaugung ist kein Freibrief für ungehemmtes Essen! Natürlich bleiben die physiologischen Mechanismen nach der Fettabsaugung wie vor der Fettabsaugung: Überschüssige Kalorien werden abgelagert, dann suchen sie sich eine andere Stelle. Andere Fettzellen lagern Fett ein. Das passiert nur dann, wenn wirklich zu viel gegessen wird.

Nach der Fettabsaugung sind die Fettpolster entfernt und die Hauthülle an der behandelten Stelle zu groß, zum Beispiel am Bauch, aber auch an anderen Stellen. Sie bedeckt ja weniger inneres Volumen. In der Regel passt sich die Haut der neuen Situation an: Sie schrumpft. Dafür braucht sie mehrere Wochen Zeit und die Hilfe durch ein Mieder.

Ist allerdings das abgesaugte Volumen sehr groß und / oder die Haut überdehnt, muss zusätzlich gestrafft werden: Siehe Kapitel „Hautstraffung“.

 

Ziel der Behandlung

 

Das Ziel der Liposuktion, der Fettabsaugung, ist ein wohlgeformter Körper und die Betonung der weiblichen oder männlichen Körperform: beauty. Dies lässt sich erreichen. Die Fettzellen verschwinden. Voraussetzung ist -wie oben gesagt- dass der Patient mitarbeitet: Durch Bewegung und angepasste, gesunde Ernährung.

 

Ablauf der Behandlung

 

Das Unterhautfettgewebe, das Fettpolster, muss für den Eingriff vorbereitet, d.h. die Fettzellen vor dem eigentlichen Fettabsaugen gelöst werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden: Tumeszenz (von uns verwendet), Ultraschall, Laser, Wasserstrahl, Vibrationstechnik. Die eine ist nicht besser als die andere, wichtig ist nur, dass der Operateur die von ihm verwendete beherrscht.
Bei dem Tumeszenz-Verfahren wird eine Lösung in die Fettschicht eingepumpt. Sie besteht aus drei Medikamenten:

  • Dem Betäubungsmittel (Lidocain und Prilocain): Damit ist die Absaugung schmerzfrei
  • Adrenalin (Suprarenin): Es zieht die Blutgefäße zusammen und vermindert den postoperativen Bluterguss
  • Natrium – Bikarbonat (Natrium – Hydrogenkarbonat, NaHCO3): Es optimiert den pH-Wert. Dann wartet man 30 – 60 Minuten, dass sich die Lösung gut verteilt.

Im Anschluss kommt das Fettabsaugen. Kanülen mit einem Durchmesser von 3 – 4 mm werden über kleine Einstiche eingeschoben und fächerförmig gearbeitet. Ist die Absaugung fertig, wird das behandelte Areal mit einer dicken Binde eingewickelt, dass die Restflüssigkeit, die sich über die Einstichstellen entleert, aufgefangen wird. Wurden große Flächen behandelt, bleibt der Patient zur Kontrolle eine Nacht bei uns in der Klinik, bei kleineren geht er nach Hause und kommt am nächsten Tag wieder.

Die Schmerzen nach einer solchen Behandlung sind gering, denn ein Teil der Tumeszenz bleibt zunächst in den behandelten Arealen, sodass sie weiter betäubt werden.

Die verbleibenden Narben bestehen lediglich aus den Einstichstellen und sind nach Abheilung kaum zu sehen.
Direkt nach der OP sieht man natürlich einen Unterschied. Das endgültige Ergebnis braucht circa drei Monate. Dann ist die innere Verheilung abgeschlossen, die Schwellung abgebaut. Das entfernte Fett kann aufbereitet werden und für andere Zwecke weiterverwendet werden, zum Beispiel für eine Brustvergrößerung (siehe dort).

 

Nachbehandlung

 

Am Tag nach dem Eingriff wird geduscht, die Einstichstellen frisch verklebt und das Mieder angezogen. Es wird in der Regel für zwei Wochen rund um die Uhr getragen (zum Waschen natürlich nicht) und für weitere vier Wochen entweder tagsüber oder nachts. Die Kleidung sollte bequem sein und nicht einengen. Cremes bringen nichts. Die Dinge des täglichen Lebens: Anziehen, ausziehen, essen, trinken, waschen, laufen, auch spazieren gehen, sind sofort und uneingeschränkt möglich.

Sportpause ist für die behandelten Areale für vier, für den ganzen übrigen, unbehandelten Körper für eine Woche nötig.  Medikamente werden kaum gebraucht: Ein Antibiotikum zur Prophylaxe und wenig (!) Schmerzmittel: Die Schmerzen sind gering und halten nur wenig Tage an.

Massage / Lymphdrainage stören die Heilung, denn Heilung braucht Ruhe!  Die verbleibenden Narben sind minimal: Sie bestehen aus den Einstichstellen der Kanülen. Was ist mit der Cellulite? Wir haben immer wieder beobachtet, dass sie nach dem Eingriff geringer ist.

 

Risiken/Komplikationen

 

In operativen Fächern gibt es kein Null-Risiko!!! Bei erfahrenen, guten Operateuren ist es klein.
Das Risiko einer Infektion ist theoretisch. Asymmetrien, Unregelmäßigkeiten, Dellen und verbliebenes Fett sind möglich, aber selten. Wenn sie vorkommen, korrigieren wir natürlich diesen Zustand.

 

Wann ist von der OP abzuraten?

 

Erhebliches Übergewicht mit einem BMI (Body-Mass-Index) von >30 ist keine Indikation für eine Liposuktion. Warum? Dann ist überall zu viel Fettpolster, d.h. das Problem besteht überall und nicht lokal. Die Fettabsaugung hilft nicht, sondern die Gewichtsreduktion. Zur Gewichtsreduktion gibt es verschiedene Verfahren. Wir können gerne beraten, welche Methode bei Ihnen die richtige ist.

Liegt eine Hautinfektion an der zu behandelnden Stelle vor, muss diese zunächst behandelt werden.
Ist der Überschuss an Fett sehr groß, resultiert nach einer Saugung ein Hautüberschuss. Dann muss an eine primäre oder zusätzliche Straffung gedacht werden.  Dann kann zum Beispiel eine Bauchdeckenstraffung oder eine Oberschenkelstraffung sinnvoll sein.

Je nach Befund sind auch Kombinationen sinnvoll: Fettabsaugung und Bauchdeckenstraffung, Fettabsaugung und Brustvergrößerung, Fettabsaugung und Oberschenkelstraffung.
Brusteingriffe nach Liposuktion an dieser Stelle, zum Beispiel im Sinne einer Brustverkleinerung oder Bruststraffung, machen keinen Sinn. Dort wird primär anders operiert.

Welche anderen Verfahren gibt es?

  • Die Kryolipolyse: Sie funktioniert in der Regel nicht. Warum? Die durch Kälte zerstörten Fettzellen können nicht abtransportiert werden, denn das Lymphsystem, das dies schaffen muss, ist überfordert.
  • Die Fettwegspritze: Sie funktioniert nur für ganz kleine Areale, für Flächen ist sie ungeeignet.

 

Kosten/Preise/Erstattung durch die Krankenkasse

 

In der Regel sind sie Kosten selbst zu tragen. Wir bieten eine Finanzierung an.

 

Weitere Infos

 

Folgende Ärzte haben sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt: G. Sattler, B. Sommer, G. H. Pitman





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