Gynäkomastie – Entfernung einer Frauenbrust bei Männern

Übersicht

 

OP-IndikationWeibliche Brustform beim Mann
OP-Dauer1 – 2.5 Stunden
NarkoseTumeszenz (spezielle örtliche Betäubung) oder Narkose
Stationärer AufenthaltAmbulant
Ausfallzeit1 – 3 Tage, je nach Umfang der OP und Beruf
KostenCa. 2500 € + MWST
NachbehandlungKontrollen nach 2 Tagen, 2 Wochen und 2 Monaten
SportBauch und Beine: Nach 1 ½ Wochen. Brust und Arme: Nach 4 Wochen

 

Was ist eine Gynäkomastie? Eine Gynäkomastie ist eine weibliche Brustform beim Mann. Das will man als Mann nicht haben. Als Mann möchte man eine Männerbrust haben und nicht einen Männerbusen. Die volle Brust drückt sich durch die Kleidung, der Gang ins Sportstudio, ins Schwimmbad oder an den Strand werden zum Problem. Ganz zu schweigen von intimen Situationen. Die Plastische Chirurgie kann inzwischen eine solche belastende Körperform korrigieren und dem Mann zu einem normalen Leben verhelfen.

Ursachen

Meist beginnt die Gynäkomastie in der Pubertät. Man spricht auch von einer Pubertätsgynäkomastie. Kindliches Fett, „Babyspeck“, bildet sich in dieser Entwicklungsphase nicht zurück, bleibt, nach der Pubertät, an der Brust zurück. Es gibt zwei Formen der Gynäkomastie:

  • Bei der einen Ursache hat ein Mann eine Brust genauso wie eine Frau. D.h., er hat neben zu viel Fett und zu viel Haut eine richtige Brustdrüse, weibliches Brustdrüsengewebe. Dies nennt man Gynäkomastia vera, „richtige“ Gynäkomastie. Bei der anderen Ursache hat der Mann „nur“ zu viel Fett und zu viel Haut und keine Brustdrüse. Dies nennt man Pseudogynäkomastie oder Lipomastie.
  • Die beiden Arten muss man vor der OP voneinander unterscheiden, weil die Behandlung unterschiedlich ist.

Symptome und Verlauf

Beide Formen der Gynäkomastie sehen erst einmal gleich aus: Der Mann hat einen Busen, der unterschiedlich groß ist. Er kann von leichter Fülle bis zu Körbchen – Größe „B“ reichen. Wie unterscheidet man die beiden Formen: Die Gynäkomastia vera, „richtige“ Gynäkomastie (zu viel Haut, zu viel Fett und eine Brustdrüse) von der Pseudogynäkomastie (zu viel Haut und zu viel Fett)? Am einfachsten geht man folgendermaßen vor:

  1. Der Chirurg untersucht körperlich: Sind Brustdrüsen zu tasten?
  2. Es wird eine Ultraschall-Untersuchung, eine Sonografie, angefertigt. Im Ultraschall ist eine Drüse gut zu erkennen und kann zudem ausgemessen werden.

Sollte eine Brustdrüse vorhanden sein, ist es sinnvoll, die Hormone untersuchen zu lassen. Dies macht ein Endokrinologe. Eventuell liegen zu wenig männliche Hormone und zu viel weibliche Hormone vor. Eine Gynäkomastie bildet sich nie vollständig zurück. Ihr Ausmaß kann schwanken, d.h. bei Zunahme von Gewicht wird sie sie größer, bei Abnahme kleiner. Verschwinden tut sie nie. Andere, nicht – chirurgische Behandlungen gibt es nicht. Nur die Operation löst das Problem.

Ziel der Behandlung

Mit der Operation möchte man erreichen, dass der weibliche Oberkörper, der Busen, verschwindet und ein männlicher Oberkörper geformt wird. Das ganze überflüssige, störende Gewebe wird durch die Operation entfernt. Dies bedeutet: Chirurgie muss immer sein.

Ablauf der Behandlung

Wenn geklärt ist, welche Form der Gynäkomastie besteht, wird auf zwei Wegen behandelt:

  1. Pseudogynäkomastie: Das überschüssige Fettgewebe wird -meist in Tumeszenz, d.h. einer speziellen Form der örtlichen Betäubung- abgesaugt. Narkose ist nicht erforderlich.
  2. Gynäkomastia vera, „richtige“ Gynäkomastie: Das überschüssige Fett wird gleichfalls abgesaugt. Die Brustdrüse muss in der Regel chirurgisch entfernt werden. Dies bedeutet, dass ein Schnitt am Rand der Mamille, der Brustwarze, gelegt und von dort die Drüse entfernt wird. Bei dieser Form ist meist eine andere Form der Betäubung: Narkose, nötig.

Bleibt die Frage: Was passiert mit der Haut? Ist der innere Überschuss, d.h. das Fett (und die Drüse) beseitigt, ist sie notwendigerweise im Überschuss vorhanden. Antwort: Ist dieser Überschuss klein oder mäßig, schrumpft sie und passt sich der neuen Situation von alleine an. Ist der Überschuss an Haut groß, muss sie weggeschnitten werden.

Nachbehandlung

Nach der Operation wird ein Mieder zur Kompression getragen, das die inneren Wundflächen aneinander drückt und die Heilung und das Schrumpfen der Haut unterstützt. Es wird in den ersten zwei Wochen rund um die Uhr, weitere vier Wochen entweder tagsüber oder nachts angelegt werden. Kontrollen finden zwei Tage, zwei Wochen und zwei Monate nach dem Eingriff statt. Sport und körperliche Anstrengung gehen für Bauch und Beine nach eineinhalb, für Arme und Brust nach vier Wochen.

Risiken/Komplikationen

In operativen Fächern gibt es kein Null-Risiko!!! Bei erfahrenen, guten Operateuren ist es klein. Hier gibt es das minimale Risiko einer Wundinfektion. Wir hatten bisher keinen Infekt. Was schon einmal vorkommt: Das Relief der Brust ist nach der Abheilung nicht vollkommen glatt. Dies kommt dadurch zustande, dass die inneren Narben, die immer nach einem Eingriff entstehen, ausnahmsweise wulstig werden und durch die Haut durchdrücken. Dann können wir diese inneren Narben entfernen, sodass unterm Strich eine schöne männliche Brust resultiert.

Wann ist von der OP abzuraten?

Bei schweren Grundkrankheiten, z.B. Krebs, ist die OP kontraindiziert. Ist die Brust nur auf einer Seite vergrößert, muss zunächst das Gewebe auf der veränderten Seite entnommen und feingeweblich untersucht werden. Davon abhängig wird weiter vorgegangen.

Kosten/Erstattung durch die Krankenkasse

In der Regel handelt es sich um einen ästhetischen Eingriff, dessen Kosten vom Patienten getragen werden. Liegt eine Hormonstörung vor, kann ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden.

Weitere Infos

Folgende Autoren haben sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt: Björn Krapohl





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