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Botox

 

Übersicht

 

OP-IndikationDynamische Falten, d.h. Falten, die durch Muskelaktivität entstehen
BehandlunsgdauerWenige Minuten
NarkoseBetäubungscreme
Stationärer AufenthaltAmbulant
AusfallzeitKeine
Kosten150 – 450 €, je nach benötigter Menge
NachbehandlungKeine
SportSofort

 

Einleitung

 

Botox ist ein Mittel, das die Aktivität von Muskeln vermindert oder komplett unterdrückt. Es kann aus ästhetischen Gründen und bei medizinischer Indikation eingesetzt werden. Medizinische Indikationen sind zum Beispiel die Migräne und Verkrampfungen der Muskulatur bei Spastik.

Im ästhetischen Bereich dient es der Faltenbehandlung und hilft es vor allem gegen die Falten der oberen Gesichtshälfte: Gegen die Zornesfalten, die Stirnfalten und die Knitterfältchen um die Augen herum. Sehr vorsichtig und überlegt muss man sein, wenn man das Mittel an anderen Stellen einsetzt.

Noch ein wichtiger genereller Hinweis: Botox ist ein wunderbares Medikament und kein „Gift“! Wie andere Medikamente auch, kommt es aus der Natur und wurde vor gut 30 Jahren für medizinische Zwecke entdeckt und aufbereitet.

Die Substanz wird von dem Bakterium Clostridium botulinum produziert, damit verteidigt sich das Bakterium, um zu überleben. Die produzierte Substanz heißt Botulinumtoxin A. Beim Menschen verursacht der Stoff in verdorbenen Lebensmitteln eine gefürchtete Vergiftung, die dramatisch verlaufen kann. Hier kommt die Substanz ungesteuert in den Körper und wirkt dann verheerend.

Bei der medizinischen Anwendung wird Botox sehr präzise und gezielt verwendet, d.h. aufwendigst aufbereitet, hoch gereinigt und genauestens dosiert. Insofern haben die medizinische Anwendung und die Vergiftung nichts miteinander zu tun. Zum Gift wird Botox nur, wenn man es falsch anwendet. Genauso verhält es sich bei anderen Medikamenten: Wenn man 100 Tabletten Aspirin einnimmt, geht es einem ziemlich schlecht.

Es gibt weltweit drei Unternehmen, die Botulinumtoxin A aus Bakterienstämmen herstellen. Sie bieten selbst das aufbereitete Produkt an. Zudem gibt es einen undurchsichtigen grauen Markt, von dem man die Finger lassen muss! Wir verwenden das Originalprodukt Botox bzw. Vistabel.

Unser Hersteller hat ein Verfahren entwickelt, das den gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Funktionstest im Labor ermöglicht. Tierversuche, wie früher notwendig, entfallen damit.

 

Ursachen und Mechanismen

 

Botox vermindert oder blockt die Aktivität von Muskeln. Dies geschieht dadurch, indem die Erregungsübertragung Nerv – Muskel gehemmt wird: Der Nerv stimuliert den Muskel nicht mehr, er zieht sich nicht mehr zusammen, entspannt sich.

Botox wurde ursprünglich rein medizinisch angewendet, vor allem bei Patienten mit einer Spastik: Ihre überaktiven Muskeln, die die Gliedmaßen verkrampfen lassen, werden gedämpft, Arme und Beine werden normal beweglich. Botox ist für solche Menschen ein Segen, eine Befreiung.

Später wurde entdeckt, dass das Mittel auch im ästhetischen Bereich hilft, nämlich zur Reduktion von Falten.

Um Botox richtig anzuwenden, muss man wissen, dass es im Gesicht drei Sorten von Falten gibt: Dynamische Falten, Ruhefalten und Falten durch Volumenverlust.

Dynamische Falten entstehen dadurch, dass Gesichtsmuskeln arbeiten, d.h. sich zusammenziehen und die darüber liegende Haut mitnehmen. Die Falte entsteht. Entspannt sich der Muskel, glättet sie sich. Botox ist die richtige Substanz. Ruhefalten und Falten durch Volumenverlust kommen durch einen anderen Mechanismus zustande: dem Absinken/Rückbilden des Gewebes, werden mit Hyaluronsäure oder Eigenfett behandelt und unten besprochen. Botox und Hyaluronsäure sind unterschiedliche Substanzklassen und haben ganz unterschiedliche Anwendungsbereiche.

 

Symptome und Verlauf

 

Dynamische Falten bilden sich überwiegend in der oberen Gesichtshälfte:

  • Zwischen den Augenbrauen: Die Zornesfalte entsteht
  • An der Stirn: Sie legt sich in Falten
  • Um die Augen herum: Man nennt sie Krähenfüße
  • In der unteren Gesichtshälfte können dynamische Falten auch entstehen: Am Kinn: Es entsteht ein Pflastersteinrelief, am Hals: Platysmabänder bilden sich.

Wie beschrieben, vermindert oder blockt Botox die Muskelaktivität, dynamische Falten entstehen. Wenn diese Falten viele viele Male gebildet werden, leidet über die Jahre hinweg das Kollagen der Haut: Seine Struktur ändert sich, es bricht, permanente Falten entstehen. Diese werden durch Botox nicht beeinflusst. Dann sind zusätzlich andere Verfahren gefragt.

Die Substanz braucht bis zu zwei Wochen, bis sie vollständig wirkt. Das bedeutet, dass in den ersten drei Tagen gar nichts passiert, dann setzt der Effekt langsam ein und steigert sich.

Botox hält circa vier Monate, dann muss es aufgefrischt werden. Bei Menschen, die einen sehr aktiven Stoffwechsel haben, zum Beispiel bei Hochtrainierten oder bei einer Überfunktion der Schilddrüse, wird es schneller abgebaut. Wird die Substanz lange angewandt, dann werden die behandelten Muskeln schwächer und die Zeitintervalle zwischen den Injektionen länger.

Eine Botox – Creme hilft nicht, sie dringt nicht an Muskeln heran.

 

Ziel der Behandlung

 

Ziel der Botoxbehandlung ist, hyperaktive Muskeln im Gesicht zu dämpfen bzw. auszuschalten, um eine glatte und faltenfreie/faltenarme Haut zu erreichen. Darüber hinaus hilft die Substanz bei einer bestimmten Form der Migräne, bei verschiedenen Formen der Spastik, bei übermäßigem Schwitzen, besonders in den Achselhöhlen, beim Zähneknirschen (Bruxismus) und weiteren Erkrankungen.

 

Ablauf der Behandlung

 

Unsere Patienten kommen zu uns. Sie sagen uns, was Sie wünschen, welche Faltenunterspritzung sie wollen, wir machen einen Vorschlag. Wenn Botox (Handelsname: Vistabel) die richtige Lösung ist, kann gleich behandelt werden. Wir injizieren zunächst eine mittlere Dosis. Dann bitten wir, den Effekt zu beobachten, denn jeder reagiert auf das Mittel ein wenig anders. Sind nach zwei Wochen noch (zu viele) Falten zu sehen, spritzen wir nach, es gibt eine weitere Injektion.

Man kann als junger Erwachsener mit einer Botox – Behandlung anfangen. Dann werden schon früh diejenigen Muskeln geblockt, die in späteren Jahren bewirken, dass das an diesen Stellen das Kollagen bricht und dauerhafte, nur schwer behandelbare Falten entstehen.

 

Nachbehandlung

 

Eine Nachbehandlung ist nicht erforderlich. Noch vor einigen Jahren war man vorsichtig und hat von allen möglichen Aktivitäten abgeraten. Es hat sich gezeigt, dass dies nicht nötig ist. Wie oben gesagt, kann nach zwei Wochen eine Nachinjektion nötig sein.

 

Risiken/Komplikationen

 

Was kann passieren? Die Infektion der Einstichstellen ist theoretisch, so etwas kommt unter normalen Umständen nicht vor. Der Arzt kann zu wenig spritzen: Dann legt man nach.

Der Arzt kann zu viel spritzen: Dann wartet man, bis die Wirkung nachlässt. Die Zeit löst das Problem.

Der Arzt kann an falscher Stelle spritzen. Ein Beispiel dafür ist, wenn zu dicht an die Augenbrauen heran injiziert wird. Dann sinken -vorübergehend- die Brauen ab.

Das Mittel wirkt kaum oder gar nicht. Mögliche Ursachen sind: Hyperaktiver Stoffwechsel, Antikörperbildung (extrem selten).
Beschrieben sind in der Literatur bei ästhetischer Anwendung: Mundtrockenheit, Schluckstörungen, trockenes Auge, Schielen, Kopfschmerzen. Ich habe solche Nebenwirkungen nie beobachtet. Mögliche systemische Auswirkungen sind ungenügend erforscht.

 

Wann ist von der Behandlung abzuraten?

 

Allergien, die bei jedem Medikament auftreten können, sind publiziert. Dann darf die Substanz nicht injiziert werden.

Zu warnen ist vor Botox – Flatrates: Hier wird nur aus der Kostenperspektive behandelt. So etwas darf nicht sein!

 

Kosten/Erstattung durch die Krankenkasse

 

Bei ästhetischer Anwendung liegen die Kosten zwischen 150 und 450 €, je nach benötigter Menge und sind selber zu tragen.

Gibt es eine medizinische Indikation, kann man einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellen. Ob die Kosten übernommen werden, ist offen, da sich die Kassen bei Botox schwer tun: Sie denken noch immer, dass Botox ein Mittel ist, das rein ästhetisch angewandt wird.

 

Weitere Infos

 

Folgende Autoren haben sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt:
J. Carruthers, A. Carruthers, B. Sommer, G. Sattler





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