Augenlid-OP / Augenlidstraffung

Übersicht

 

OP-IndikationFolgen des Älterwerdens
Angeborene und erworbene Fehlstellungen
Folgen einer Verletzung
OP-Dauer1 – 3 Stunden
NarkoseJe nach Umfang und Wunsch: Örtliche Betäubung oder Vollnarkose
Stationärer AufenthaltJe nach Umfang und Wunsch: Ambulant oder stationär
Ausfallzeit1 -2 Wochen
KostenJe nach Umfang: 1000 – 4500 € meist plus MWST.
NachbehandlungKühlung, Sonnenbrille
SportNach 1 – 3 Wochen

 

 

Einleitung

Nimmt man Kontakt mit einem Menschen auf, so geschieht dies als erstes über die Augen. Sie sind primäres und wichtiges Kommunikationsmittel und machen einen ersten und wichtigen, guten oder schlechten, Eindruck.

Augen können wach, aufmerksam, präsent, strahlend und jugendlich oder müde, abgespannt, alt und traurig wirken. Deswegen sind sie für unser Erscheinungsbild nach außen und unsere Selbstwahrnehmung so wichtig.

Ursachen

Die Haut der Lider ist sehr dünn: 0.4 mm im Gegensatz zum Beispiel zur Rückenhaut, die zehn Mal so dick ist. Sie muss so fein und dünn sein, weil sie sehr gut beweglich sein muss, um die Augen blitzschnell zu öffnen und zu schließen.

Deswegen ist sie für die Veränderungen im Leben: Altern, aber auch Verletzungen, besonders empfänglich.

Symptome und Verlauf

Die Folgen des Alterns äußern sich an den Oberlidern durch sogenannte Schlupflider, auch Blepharochalasis genannt: Die Haut verliert an Spannung, wird zu viel und legt sich in Falten. Der Hautüberschuss kann so stark werden, dass die Haut über den Wimpernrand hinüberfällt. Dies kann die Sicht beeinträchtigen. Zusätzlich drückt sich das Fett, das in jungen Jahren um den Augapfel herum liegt, nach vorne und wulstet die überschüssige Haut auf, die Oberlider werden dadurch voll und dick. Diese Symptome kann man mit Chirurgie durch eine plastische Lidkorrektur entfernen.

An den Unterlidern entsteht im Prinzip dasselbe wie an den Oberlidern, nur nennt man es hier anders, nämlich Tränensäcke: Auch hier fällt das Fett nach vorne, ein Fettprolaps entsteht, und bildet diese „Säcke“. Allerdings beinhalten sie keine Tränen, sondern eben Fett. Zudem legt sich die Haut in Falten.

Als weitere Veränderung entsteht dort eine Furche zwischen Unterlid und Wange, unter dem Tränensack, die sogenannte Tränenrinne. Mit anderen Worten: Das gealterte Unterlid besteht aus dem Tränensack und der Tränenrinne.

Was gibt es an Fehlstelllungen? Am Oberlid gibt es die Ptose, das meist einseitige Herunterhängen des Lids. Es kann angeboren oder erworben sein. Am Unterlid gibt es das sogenannte Triefauge, das Ektropium. Der Das Auge schließt nicht vollständig.

Folgen von Verletzungen können alle möglichen Formen haben und beeinträchtigen die Gesundheit. All diese Veränderungen werden von selbst nicht besser. Eine Augenlid-Operation, auch Blepharoplastik genannt, löst das Problem.

Ziel der Behandlung

Man möchte mit einer Augenlidkorrektur erreichen, dass die Augenregion und damit auch der gesamte Eindruck der Person frisch, wach, aufmerksam, präsent, strahlend und jugendlich wirkt und Schönheit wiederhergestellt wird. Eine Lidstraffung steht an.

Ablauf der Behandlung

Eingriffe am Oberlid werden in der Regel ambulant in örtlicher Betäubung ausgeführt. Eine Oberlidstraffung zur Beseitigung der Schlupflider ist indiziert. Vollnarkose ist auf Wunsch möglich. Der Patient kommt zu uns, wird operiert und geht anschließend mit allem, was er braucht, am besten in Begleitung, nach Hause. Er braucht: Hinweise zum Verhalten, meine Mobilfunk-Nummer, Kühlkompressen und einen Kontrolltermin am nächsten Tag.

Mit einer Sonnenbrille lassen sich die OP-Folgen der Augenlidstraffung: Bluterguss und Schwellung, verstecken. Die Fäden werden nach einer Woche gezogen. Die offensichtlichen OP-Folgen sind dann abgeklungen, man ist wieder gesellschaftsfähig. Das endgültige Ergebnis braucht drei Monate.

Das Unterlid braucht mehr Zeit, Expertise und Aufwand. Die anatomischen Strukturen sind komplexer, die Operation verlangt größere Kenntnis und Fähigkeiten.

Bei einem solchen Eingriff hat man zwei Ziele: Erstens soll der „Tränensack“, d.h. das vorgefallene Fett beseitigt werden, zweites möchte man die Furche, die unterhalb des Tränensacks entstanden und auch unschön ist, korrigieren. Das macht man mit einem Trick: Man nimmt das überschüssige Fett des Tränensacks, löst es als Gewebeblock aus und verschiebt es nach unten, unter die Furche. Damit hat man beide Probleme in einem Rutsch gelöst und erreicht einen schönen, glatten, harmonischen Übergang Unterlid-Wange.

Die Zeiten, in denen nur die Tränensäcke entfernt wurden, sollten der Vergangenheit angehören (tun sie aber nicht). Das Ergebnis ist dann eine hohle, skelettierte Unterlidregion.

Unterlid-OPs finden in der Regel in Narkose mit einer Nacht in unserer Klinik statt. Am nächsten Tag gehen unsere Patienten in Berlin, ausgestattet mit allem Notwendigen, nach Hause. Auch hier hilft die Sonnenbrille zur Tarnung.

Die Ausfallzeit für den öffentlichen Auftritt beträgt zwei Wochen, das Endergebnis ist nach drei Monaten zu sehen. Ober- und Unterlider, d.h. beide Augenlider zusammen, können zusammen in einem Eingriff operiert werden. Man fällt auch zwei Wochen aus und hat gleich beide Probleme korrigiert.

Nachbehandlung

Nach einer solchen OP werden die Lider gekühlt. Man sollte in aufrechter Position schlafen und Zugluft vermeiden. Abschwellende Medikamente: Bromelain beschleunigen die Rückkehr zur Normalität. Die Schmerzen sind gering und können gut behandelt werden. Eine Sonnenbrille (Stil Jaqueline Kennedy) erlaubt, schon bald unter die Leute zu gehen. Fäden werden nach einer Woche gezogen. Regelmäßige Kontrollen finden statt, letztmalig nach drei Monaten.

Risiken/Komplikationen

In operativen Fächern gibt es kein Null-Risiko!!! Bei erfahrenen, bei guten Operateuren ist es klein.

Was kann passieren: Der Operateur kann zu viel, zu wenig oder ungleichmäßig Gewebe entfernen. Die genaue Zeichnung vor der OP vermeidet das. Im Zweifel lässt man lieber zu viel als zu wenig stehen. Nachschneiden ist kein Problem, anflicken schon.
Schneidet man am Oberlid zu viel weg, schließt es nicht. Das gilt es zu verhindern.

Am Unterlid kann es ein „Triefauge“, ein Ektropium geben. Auch das gilt es zu verhindern. Deswegen hängt man zur Sicherheit zusätzlich das Unterlid am seitlichen Augenhöhlenrand mit einer Naht auf, Stichwort: Tarsopexie.

Wann ist von der OP abzuraten?

Ist der Patient anderweitig schwer krank, darf man nicht operieren. Der Operateur muss fragen, ob dies vorliegt. Minimale Veränderungen an den Lidern rechtfertigen den Eingriff nicht: Er muss sich lohnen, der Unterschied: vorher-nachher muss zu sehen sein. Erkrankungen des Auges selbst müssen ausgeschossen werden, d.h. der Blick mit dem Auge selbst muss ungestört sein. In diesen Fällen sollte man nicht straffen.

Die Behandlung mit dem Laser bringt keinen Vorteil.

Kosten/Erstattung durch die Krankenkasse

Der Eingriff am Oberlid kann übernommen werden, wenn das Gesichtsfeld um mehr als 50 % eingeschränkt ist. Dies kann durch eine Messung beim Augenarzt festgestellt werden. Ansonsten sind die Kosten vom Patienten zu tragen.

Weitere Infos

Folgende Autoren haben sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt: A. M. Putterman, S. Fagien





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